Jane…

 

Selten habe ich einen so warmen Empfang erlebt, wie den von Jane Birkin, als sie nach langer Pause wieder live auftrat – hier im Tollhaus Karlsruhe.

Sicherheitshalber hatte ich recherchiert und bei ihrem Management die Erlaubnis eingeholt, ihren Auftritt zu fotografieren. „Aber nur ohne Blitz“ hatte es schließlich geheißen „auf keinen Fall mit Flash“. Naja, auf die Idee wäre ich sowieso nicht gekommen, also war ich erleichtert und gespannter als sonst – welcher Mann meiner Generation hat sie nicht geliebt -moi non plus.

Es war 2003, ich der Dititalfotografie verfallen und die Kameras langsam und verrauscht.Für Konzertfotografie nicht zu gebrauchen – damals. Als ich die Bilder auf dem Monitor angeschaut habe, wollte ich sie zuerst alle wegwerfen – totale Enttäuschung. Aber dann habe ich sie ein zweites Mal angeschaut und dann noch und noch öfter. War es nicht genau das Wesen auf der Bühne: Fragil, zart, bewegt, emotional und auf wundervolle Weise vergänglich? Zuerst einmal habe ich die 20 besten Bilder aufgehoben – und dann vergessen.

Zwei Jahre später war meine damalige französische Galeristin bei mir im Atelier. Durch Zufall kamen wir auf diese Bilder zu sprechen und meine Galeristin wurde sehr aufgeregt. Sie fuhr mit den Bildern nach Paris und nahm Kontakt zum Management der Künstlerin auf. Jane Birkin gestattete ihr – bzw. uns – die Auflage einer kleinen Edition auf Papier und einer 5er Edition in meiner eigenen Technik auf Metall im Format 100 x 100 cm. Normalerweise beanspruche sie einen geringen Prozentsatz des Verkaufswertes, teilten die Manager mit – aber das Bild auf Metall gefiele ihr so gut, dass sie lieber die Nummer 1 aus der Serie haben wolle – natürlich signiert.

So gelangte das Bild in den Besitz der Künstlerin und alle waren es zufrieden.

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