TAIKO Trommeln

TAIKO

TAIKO

Bei einem Projekt Jazz meets Taiko, mit Baby Sommer, lernte ich Walter Honecker kennen – einen deutschen Meister der japanischen Taiko – Kunst. Für mich als Fotograf waren vor allem die Bilder imposant, die riesigen Taiko Trommeln bildeten einen fantastischen Hintergrund und klanglich war die Musik sowieso überwältigend.

Taiko Trommeln kennt man heute zumeist als japanische Instrumente, jedoch stammen sie ursprünglich aus China und Korea, wo sie auch heute noch sehr verbreitet sind und besonders in buddhistischen Zeremonien gespielt werden. Erst mit der Verbreitung des Buddhismus in Japan, im 4. bis 6. Jahrhundert gelangten sie nach Japan.

Baekje Buddhist Drummer 605
 Buddhistischer Mönch, Königreich Baekje, Provinz Andong, Südkorea, © Tilmann Krieg, 2012

Ursprünglich waren sie nicht als Instrumente zur musikalischen Unterhaltung gedacht, sondern zur Beschwörung der Götter, zu Schamanistischen Riten, zur Machtdemonstration von Würdenträgern  und einschüchternder Untermalung offizieller Anlässe. Auch wurden sie als als Signalgebeber und zum Aufbau einer akustischen Drohkulisse bei kriegerischen Handlungen eingesetzt.

Traditionell sind die Korpusse von Taiko Trommeln aus einem Stück Baumstamm herausgearbeitet, die Trommelfelle aus Pferde- oder Rinderhäuten, können genagelt, oder mit Seilen gespannt sein. Man unterscheidet verschiedene Größen und Klangfarben, von der tiefen Fasstrommel  (nagado) bis zu den kleineren (miyadaiko, okedo). Die größte, jemals gebaute Trommel hat einen Bauchdurchmesser von 2,67 m und wiegt fast 4 Tonnen.

Walter Honcker habe ich gefragt, wie er zum Taiko gekommen ist. Daraufhin hat er mir folgenden Text geschickt:

„TAIKO

Mein Weg des TAIKO begann im Jahre 2000. Er wäre wohl sehr anders verlaufen, hätte ich nicht einige Jahre zuvor die geistige und praktische Grundlage dieser spezifischen Disziplin kennen gelernt, und zwar in Form eines Lebensstiles, der zunächst keinerlei Assoziation an TAIKO erahnen ließ. sich aber auf die Dauer als der große Unterschied im Verständnis der Dinge entpuppte!

Wenn ich also über TAIKO spreche, so muss ich über die Grundlage sprechen, die beiden Ursprungstheorien von „YIN und YANG“ und die Theorie der „5 Umwandlungen“.

Ohne diese geistig-philosophische Grundlage gibt es auch für das spezifische Phänomen des TAIKO kein Verständnis, erst recht nicht ohne eine entsprechende, aus diesen Theorien entwickelte praktische Lebensführung. Das Schlüsselverständnis in Theorie und untrennbar damit verbundener Praxis ist ein komplett anderer Ansatz zum Verständnis des universellen Prinzips „Nahrung“. Kein Phänomen ist in der Lage, sich gegen seine Konstitution auszudrücken und das einzige Prinzip, das jedes Phäomen bildet und erhält ist das Prinzip „Nahrung“. Letztlich sieht man also am praktischen Ausdruck eines Phänomens, welche Art der Nahrung das Phänomen gebildet hat und erhält.

Theorie und Praxis werden zusammengeführt durch den Begriff der „Energie“: Nahrung als metaphysischer Prozess, der durch die Wandlung und Weitergabe der Energie der Natur über das Nahrungsmittel eine Konstitution errichtet, die sich ausdrückt, die reflektiert und letztlich im praktischen Ergebnis das Qualitätsurteil über diesen Prozess abgibt.

Ich habe die Glückliche Erfahrung dieser Lehre in Theorie und Praxis erleben dürfen und gebe dies weiter, mit meiner Art TAIKO zu spielen.“ (Text: Walter Honecker)

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