TAIKO

Bei einem Projekt Jazz meets Taiko, mit Baby Sommer, lernte ich Walter Honecker kennen – einen deutschen Meister der japanischen Taiko – Kunst. Für mich als Fotograf waren vor allem die Bilder imposant, die riesigen Taiko Trommeln bildeten einen fantastischen Hintergrund und klanglich war die Musik sowieso überwältigend.

Nachdem ich viele Jahre in Salvador Bahia gelebt hatte, dem Epi-Zentrum afro-brasilianischer Musik, bewegen mich Trommeln immer wieder tief – es gibt kaum etwas mächtigeres, als eine Batucada Gruppe, die durch die engen Altstadtgassen Salvadors rumort. Japanischen Taiko Trommeln sind ebenso intensiv – aber leider verstehe ich davon wenig. Deshalb habe ich Walter Honecker gebeten, einen Text über seine Intention zu schreiben. Das ist er:

„TAIKO

Mein Weg des TAIKO begann im Jahre 2000. Er wäre wohl sehr anders verlaufen, hätte ich nicht einige Jahre zuvor die geistige und praktische Grundlage dieser spezifischen Disziplin kennen gelernt, und zwar in Form eines Lebensstiles, der zunächst keinerlei Assoziation an TAIKO erahnen ließ. sich aber auf die Dauer als der große Unterschied im Verständnis der Dinge entpuppte!

Wenn ich also über TAIKO spreche, so muss ich über die Grundlage sprechen, die beiden Ursprungstheorien von „YIN und YANG“ und die Theorie der „5 Umwandlungen“.

Ohne diese geistig-philosophische Grundlage gibt es auch für das spezifische Phänomen des TAIKO kein Verständnis, erst recht nicht ohne eine entsprechende, aus diesen Theorien entwickelte praktische Lebensführung. Das Schlüsselverständnis in Theorie und untrennbar damit verbundener Praxis ist ein komplett anderer Ansatz zum Verständnis des universellen Prinzips „Nahrung“. Kein Phänomen ist in der Lage, sich gegen seine Konstitution auszudrücken und das einzige Prinzip, das jedes Phäomen bildet und erhält ist das Prinzip „Nahrung“. Letztlich sieht man also am praktischen Ausdruck eines Phänomens, welche Art der Nahrung das Phänomen gebildet hat und erhält.

Theorie und Praxis werden zusammengeführt durch den Begriff der „Energie“: Nahrung als metaphysischer Prozess, der durch die Wandlung und Weitergabe der Energie der Natur über das Nahrungsmittel eine Konstitution errichtet, die sich ausdrückt, die reflektiert und letztlich im praktischen Ergebnis das Qualitätsurteil über diesen Prozess abgibt.

Ich habe die Glückliche Erfahrung dieser Lehre in Theorie und Praxis erleben dürfen und gebe dies weiter, mit meiner Art TAIKO zu spielen.“ (Text: Walter Honecker)

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